MAGMA ARCHITECTURE - Martin Ostermann

MAGMA ARCHITECTURE - Martin Ostermann

Foto: Michael Hölzl

Driving the unknown
MAGMA ARCHITECTURE - Ostermann & Kleinheinz  
Architekt & Ausstellungsdesignerin

expressive Formen in Architektur und Ausstellungsdesign

Olympische & Paralympische Sportschießarenen, London
Im Sommer 2012 fanden auf dem Gelände der Royal Artillery Barracks in London die olympischen und paralympischen Wettkämpfe im 10, 25 und 50m Sportschießen statt. Die drei Sportstätten sind temporär und mobil. Das Sportschießen ist eine der olympischen Disziplinen, in der Ergebnis und Verlauf des Wettkampfs für das menschliche Auge kaum sichtbar sind. Der Entwurf für die Schießsportstätte sucht für die Dynamik und Präzision, die der Sport erfordert, eine prägnante Ausdrucksform. Die drei Hallen sind gehüllt in kristallweiße Membranen und übersät mit kräftig farbigen Punkten, die sich räumlich weich nach außen stülpen. Die Ausstülpungen strukturieren und animieren die bis zu 107 m langen Fassaden und straffen als Spannringe die Membranhaut. Zusätzlich dienen sie der natürlichen Belüftung und Belichtung und als Eingänge zu den Gebäuden. Durch die semitransparenten Membranen schimmert Tageslicht in das Innere der Gebäude. Die Leichtigkeit der doppelt gekrümmten Fassaden mit ihren kräftigen Farbpunkten verleiht dem Ereignis ein festliches und zeitgemäßes Gesicht.

Al Qasba Theater, Schardscha
Die Al Qasba ist das kulturelle Zentrum des arabischen Emirates Sharjah. Zwei 150 m lange, vierstöckige Gebäude an den gegenüberliegenden Ufern des Quasba-Kanals beherbergen Galerien, Kinos, Shops, Restaurants und Büros. Das „Eye of the Emirates“-Riesenrad am nördlichen Gebäuderiegels ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Sharjah. Das Masrah al Qasba Theatre ist Veranstaltungsort einer Reihe wichtiger kultureller Ereignisse wie dem jährlichen Sharjah Film Festival. magma architecture ist beauftragt, den multifunktionalen Veranstaltungssaal mit angeschlossenen Foyer- und Nebenräumen neu zu gestalten. Der Entwurf kleidet den Saal in eine textile, wellenförmige Oberfläche, die an eine Dünenlandschaft erinnert. Die Wellen sind in sanftes Licht gehüllt, das aus den Wellentälern heraustritt. In die Decke werden Klima-, Ton- und zusätzliche Lichttechnik unsichtbar integriert und die Akustik des Saales kontrolliert. Die Sitze sind in einem ähnlich sand-farbenen Textil bezogen, so dass ein den Besucher kontinuierlich umhüllender Raum entsteht.

Head in I im Kopf
In der Ausstellungsreihe jetzt I now der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur wird magma architecture zu einer
Einzelpräsentation eingeladen. Als Ausstellungsinszenierung entwirft das Büro für den 150 m² großen Sonderausstellungsraum eine amorphe Raumskulptur aus
einem semitransparenten Spezialgewebe bestehend aus Polyamid und Elastan. Ein vorgefertigter Schlauch spannt sich zwischen den vier Wänden und der Decke.
Innerhalb dieses raumbildenden Elements werden in einem multimedialen Arrangement Arbeiten von
magma architecture ausgestellt. Die Besucher eignen sich das Innenleben aktiv an: Sie begeben sich unter die Raumskulptur und strecken den Oberkörper durch die
kreisförmigen Perforierungen der Hülle. Eingehüllt in die kräftig orangefarbene Form der Hülle erleben sie eine ungewohnt fließende Raumwahrnehmung. Der materialgerechte Einsatz des dehnbaren Textils erlaubt eine maximale Raumwirkung mit minimalem Aufwand

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