TASK ARCHITEKTEN - Thorsten Klooster

TASK ARCHITEKTEN - Thorsten Klooster

Foto: Michael Hölzl

electrifying concrete

Beton reflektiert Licht
BlingCrete™ vereint die positiven Eigenschaften von Beton (Brandsicherheit, Festigkeit, Baumethodik) mit der Eigenschaft der Retroreflexion. Retroreflektierende Oberflächen werfen einfallendes Licht (Sonnenstrahlung oder Kunstlicht) präzise in Richtung der Lichtquelle zurück.

Die BlingCrete™ Oberfläche wird durch Licht in Abhängigkeit von der Position der Oberfläche, der Lichtquelle und des Rezipienten aktiviert. In einem bestimmten Moment kann die Reflexionswirkung wahrgenommen werden. Der Beton wechselt von einem passiven in einen aktiven Zustand. Die Eigenschaften von BlingCrete™ eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten in der Architektur, der Innenarchitektur, dem Produktdesign und in verkehrstechnisch sicherheitsrelevanten Bereichen. Potentielle Anwendungen sind zum Beispiel die dauerhafte baulich sicherheitstechnische Kennzeichnung von Gefahrenstellen (Treppenstufen, Bordsteine, Bahnsteigkanten, Tunneldurchfahrten) sowie die Gestaltung baulich integrierter Leitsysteme und neuartiger Flächenbauteile (Fassade, Boden, Decke).

Smarte Materialentwicklungen durch Architekten
DYSCrete – Smart Sustainable Material, DIYSC – Beton-integrierte Farbstoffsolarzelle
DIYSC ist ein aktuelles Forschungsprojekt zu innovativen Energie erzeugenden Systemen am Lehrstuhl der Künstlerin Professor Heike Klussmann an der Universität Kassel.
 
Dyscrete
Die Vereinigung zweier Abkürzungen im Titel verweist auf die Zielsetzung des Projekts: die experimentelle Entwicklung einfacher Verfahren (Do It Yourself = DIY) zur Herstellung von PV-Systeme, basierend auf den Prinzipien der farbstoffsensitivierten Solarzelle (engl. Dye Sensitized Solar Cell DSSC oder auch DYSC). Diese erzeugen auf elektrochemischem Weg Energie und verwenden zur Absorption des Lichts organische Farbstoffe.
Die organische Solarzelle kann ohne toxische Emissionen hergestellt werden. Sie ist weitgehend recycelbar und umweltfreundlich. Durch die gezielte Wiederverwertung von Sonnenschutzverglasung aus Abbruch und Glasschaden konnten am Lehrstuhl Prototypen für weniger als 5 Euro/qm realisiert werden.
 
Dyscrete
Das große Potenzial der immer noch neuartigen DYSC beruht auf ihrer prinzipiellen Einfachheit. Zudem ist sie auch in Innenräumen verwendbar. Daher eignet sie sich gleichermaßen für die experimentelle Entwicklung neuartiger Ansätze auf dem Gebiet der Gebäude-integrierten Photovoltaik wie für mobile Systeme. Schwerpunkt neben den experimentellen Low-Budget-Systemen ist die Kombination von DIYSC mit Beton – DYSCrete. Angestrebt wird der Einsatz von Beton als Rückkontakt der Zellen, dessen Konduktivität zu diesem Zweck optimiert werden muss. Die Kombination erlaubt die Herstellung von hochintegrierten Systemen als Betonfertigteilen und somit die Errichtung von Gebäuden und PV-Systemen in einem Arbeitsgang und im Rahmen eines Gewerks.

Die Kasseler Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Heike Klussmann und dem Architekten Thorsten Klooster widmet sich der Entwicklung neuartiger Materialsysteme im Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft. Sie vereint Expertisen aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Stadtplanung, Interaktions- und Produktdesign, Experimentelle Physik und technologische Materialforschung und verortet sich im Bereich aktueller Entwicklungen, die mit dem Terminus der Intelligenten Oberflächen zusammengefasst werden können.

 

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