GRUBER + POPP ARCHITEKTEN BDA - Bernhard Popp -

 GRUBER + POPP ARCHITEKTEN BDA - Bernhard Popp -

Infraleichtbeton - Leichter als Wasser
Bernhard Popp - GRUBER + POPP ARCHITEKTEN BDA

Passivhaus mit Infraleichtbeton

 

Bei einem Passivhaus darf der jährliche Heizwärmebedarf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht übersteigen. Dies entspricht einem Heizöläquivalent von etwa 1,5 Liter Heizöl-Verbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Schwerpunkt bei der Energieeinsparung im Passivhaus ist die Reduzierung der Energieverluste über Wände, Fenster und Decke. Die besondere Energieeffizienz dieses anspruchsvollen Baustandards wird in der Regel durch die Wärmedämmung der Gebäudehülle erzielt. Bei der Betonoase von Gruber und Popp Architekten BDA wurde der Passivhausstandard ohne zusätzliche Wärmedämmschicht erreicht. Die Wände aus Infraleichtbeton tragen und dämmen zugleich. Unter Aspekten der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bietet Infraleichtbeton weitere vorteilhafte Eigenschaften: Bei Anschlüssen von Fenstern oder auskragenden Bauteilen wie Vordächern und Balkonen entstehen keine Wärmebrücken. Der hier verwendete Infraleichtbeton ILC 700 hat gegenüber vorausgegangenen Infraleichtbetonbauten weiter verbesserte Wärmedämmeigenschaften. Die Betonoase von Gruber + Popp Architekten BDA ist das erste Projekt für einen öffentlichen Bauherrn, bei dem Infraleichtbeton verwendet wurde. Erstmals wurde eine Zustimmung im Einzelfall für ein öffentliches Gebäude erteilt. Auch am Ende des Gebäudelebenszyklus bieten mineralische Infraleichtbetonwände große Vorteile hinsichtlich der Recyclingfähigkeit

 

 

Infraleichtbeton

(Text von Mike Schleich, darf verwendet werden, falls Für Sie interessant, dann bitte entsprechend kennzeichnen)

 

Auf Grundlage des Wettbewerbsentwurfs haben wir gemeinsam mit Gruber + Popp Architekten die Planung der „Betonoase“ im Berliner Bezirk Lichtenberg übernommen. Die 50Zentimeter dicken Außenwände und 32 Zentimeter starken Vordächer der eingeschossigen Einrichtung sind aus Infraleichtbeton. Bei dem Material handelt es sich um einen Beton, der gleichzeitig trägt und dämmt. Er weist eine Rohdichte von nur 700 kg/m³ exklusive des verzinkten Bewehrungsstahls auf. Aufgrund der guten Dämmeigenschaften konnte im Fall der Betonoase der Passivhausstandard erreicht werden. Da die Verwendung des Werkstoffs noch nicht durch entsprechende Normen definiert ist, war für die Umsetzung der Jugendeinrichtung eine sogenannte „Zustimmung im Einzelfall“ notwendig. Um diese Genehmigung zu erhalten, wurde ein Bemessungskonzept vorgelegt sowie verschiedene Bauteilversuche durchgeführt. Für die Bemessung der geplanten biegebeanspruchten Bauteile, wie die Vordächer und die Fensterstürze, konnten Forschungsergebnisse herangezogen und durch erfolgreich durchgeführte Bauteilversuche an der Technischen Universität Berlin bestätigt werden. Mit dem Projekt entstand eine einschalige Sichtbetonkonstruktion, die Vorbildcharakter für weitere Anwendungen im Team mit Bauherrn, Planern, Prüfern, Gutachtern und der Bauaufsichtsbehörde hat. Der Baustoff Infraleichtbeton. An der TU in Berlin haben wir über die letzten zehn Jahre an einem Beton geforscht, der infraleicht, also leichter als leicht ist. Leichtbeton hat per Definition ein Gewicht von mindestens 800 und maximal 2000 kg/m³. Der Forschungsschwerpunkt, den Mike Schlaich durch seine Lehrtätigkeit an der TU Berlin setzt, hat zum Ziel den Beton so leicht zu machen, dass er trägt und gleichzeitig, den aktuellen Normen entsprechend, wärmedämmt. StattSchotter oder Kies werden deshalb leichtere Zuschläge wie Blähton oder Blähglas verwendet. Dadurch wird der Beton leicht, porös und schließt viel Luft ein. So entsteht ein tragender und wärmedämmender Beton. Durch die Integrierung der Wärmedämmung wird der Beton zu einem monolithischen Werkstoff, der ein höheres Gestaltungspotenzial bietet. Die durch die Gewichtsreduktion entstehenden Festigkeitseinbußen sind für den Geschosswohnungsbau vertretbar: Bei einer Trockenrohdichte von knapp unter 800kg/m3erreicht man noch eine Druckfestigkeitsklasse von LC8/9 oder mehr und liegt dabei über den Werten einer Mauerwerkswand aus Porenbeton. Im Fall der Betonoase wurde die Bewehrung verzinkt, da dadurch ein Schutz gegen die Korrosion in Folge von Karbonatisierung entsteht: Aufgrund der geringeren Dichte des neuartigen Betons im Vergleich zum Normalbeton ist nicht bekannt, wie tief das CO2der Luft in den Beton eindringen kann. Da dieser aber den Beton versäuert, bietet die Verzinkung einen sicheren Schutz der Bewehrung vor der Karbonatisierung.Eröffnung Betonoase

GRUBER + POPP Architekten BDA
Am Spreebord 5, D-10589 Berlin
T 030 - 68 80 96 65
F 030 - 68 80 96 66
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